Verabschiedung von Ruth Ghawami

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Ruhestand nach 43 Jahren und 4 Monate Schuldienst an der Schule Höchstetten-Hellsau  

Lassen wir gemeinsam die dreiundvierzig Berufsjahre der gebürtigen Ruth Begert Revue passieren.  
Aufgewachsen ist Ruth Begert in Zielebach. Nach ihren Kinderjahren, Schuljahren und dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Lehrerin, tritt sie ihre erste Stelle in Walliswil-Bipp an. Nur vier Monate sollte diese Anstellung dauern, da holt sie ein gewisser Kummer Walter (damals Schulkommissionspräsident von Höchstetten-Hellsau) mit dem Mercedes zu einem Vorstellungsgespräch nach Hellsau. Für die junge Lehrerin, ein Ereignis welches ihre Entscheidung an dieser Schule tätig zu werden geprägt hat.  

Am 1. April 1965 tritt die damals 20 jährige junge Frau ihre neue Stelle an der Schule in Hellsau an. Mit 25 Schülerinnen und Schülern beginnt ihr Unterricht hier bei uns. Die Klassengrössen variieren zwischen 21 und 33 Schülern. Diese Angaben sind aus den Schulrodeln eruiert worden.  

Bei Stellenantritt verlegt Ruth Begert auch ihren Wohnsitz   nach Hellsau und zieht in das alte Schulhaus um. Sie wohnt und arbeitet da, im heutigen zu Hause der Familie Schär.  

Ursprünglich will Ruth Begert gar nicht so lange an dieser Schule arbeiten. Sie spricht ausgezeichnet italienisch und will nach nur einem Jahr in Hellsau eine neue Herausforderung suchen. Nach Rom um dort Schulunterricht zu geben, das ist ihr Ziel. Warum ist sie nicht nach Italien gegangen? Der Grund liegt, wie so oft im Leben, in der LIEBE. Sie lernt ihren späteren Ehemann nach einem Spitalaufenthalt in Bern kennen. So bleibt Ruth Ghawami also in Hellsau.  

11 Jahre später darf sie in eine der beiden neuen Lehrerwohnungen einziehen. „Die Jahre sind wie im Fluge vergangen“, so Ruth Ghavami. 1986 kaufen ihr Mann Ali Ghawami und sie das alte Haus im Hübeli in Hellsau, dass sie anschliessend während 3 Jahren in etlichen Stunden Arbeit selber umbauen.  

Die engagierte Lehrerin darf auf ganze zwei Generationen zurückblicken, die sie in den beiden Dörfern mitgeprägt und mitgeformt hat.  

Entgegen dem heutigen Trend kann man sich kaum mehr Vorstellen, in jungen Jahren eine Stelle anzutreten und viele Jahre danach auch da in Pension zu gehen. Dreiundvierzig Jahre und vier Monate; oder anders ausgedrückt 15 ‛ 815 Tage danach.      

Episoden aus dem Schulalltag von Ruth Ghawami  
Nebst dem durchaus abwechslungsreichen Schulalltag, hat es in all den Jahren ihrer Berufstätigkeit auch amüsante Episoden gegeben, an welche sich Ruth gerne zurück erinnert. So zum Beispiel ganz zu Beginn ihrer Tätigkeit an unserer Schule: Die ersten Schüler welche bei ihr den Unterricht besuchten, waren stolz darauf eine so hübsche und junge Lehrerin zu haben. So bewegte dieser Umstand einen Jüngling zu der Aussage: „wenn ich gross bin, möchte ich sie heiraten“.  

Ruth erzählt auch, dass früher peinlich genau alle Schulstunden aufgeführt werden mussten. Deutsch, Mathematik, später auch Französisch, im Stricken, im Nähen, im Flicken, im Wäschezeichnen, im Zuschneiden alles wurde kleinlich genau Festgehalten.  

Es habe auch ein Frauenkomitee gegeben, welches in die Schule kam um zu Handarbeiten. Ruth erinnert sich gerne an diese Stunden. So war doch der Kontakt, mit den Eltern sprich hauptsächlich mit den Müttern der Kinder, sehr nahe.  

„Die Examen sind anders zelebriert worden“, erinnert sich Ruth. Die Eltern besuchten die Kinder im Unterricht und hörten so, welche Fortschritte ihre Sprösslinge gemacht haben. Alle Hefte wurden zur Einsicht aufgelegt und natürlich untereinander verglichen.  

Natürlich gab es auch Ferien. Übrigens, so erinnert sich Ruth, ist die Anzahl der Ferientage in all den Jahren auf dem gleichen Stand geblieben. Neben Frühlingsferien und Winterferien, hat man früher 4 Wochen Sommerferien gehalten. Dafür jedoch 5 Wochen Herbstferien, so genannte Kartoffelferien, in denen die Kinder bei der Kartoffelernte mithelfen mussten. Die Tage der Heuferien wurden wirklich nur dann einberufen, wenn es ums Heuen ging.  

In neuerer Zeit sind dann die Lagerwochen ins Leben gerufen worden. Eine willkommene Abwechslung zum Schulunterricht, bei welchen Ruth immer gerne teil genommen hat. Hauptsächlich sind es die Skilager gewesen. Adelboden, Wirihorn und Sörenberg gehörten zu den besuchten Orten.  

43 Jahre und 4 Monate an unserer Schule. Ruth Ghawami ist jene Lehrkraft welche am längsten an dieser Schule unterrichtet hat. Wir gratulieren zu dieser ausserordentlichen Leistung und wünschen alles Gute zur Pensionierung, mit folgendem Gedicht:  

Ein Hoch der Pension  
Jedes Ding hat seine Zeit,
schön und Dienst und Lohn,
doch noch schöner – kommt mir vor –
wird die Pension!  

Kinder, Hund und Enkelkinder,
jeder wartet schon,
und du hast für alle Zeit,
einschliesslich Schweigersohn.  

Du kannst alles spielen lernen:
Tuba, Saxophon
oder – falls dir das zu laut ist –
Schach ganz ohne Ton.  

Fehlt dir etwas mehr Bewegung?
Sport wär’ die Option.
Schwimmen, Radfahr’n, Laufen auch,
nur nicht gleich Triathlon!  

Wem Sport zu beschwerlich scheint,
und zu monoton,
der wählt schöne Platten aus
und tanzt zum Grammophon.  

Mancher macht im Alter erst
Seine Promotion.
Alle Achtung und Hut ab:
Gratulation!  

Wolltest du schon immer mal
Auf Expedition?
Afrika und Asien warten,
Nil, Shanghai, oder nur Kanton…  

Oder du geniesst die Welt
Schlicht auf dem Balkon
und guckst Afrika bequem per Television.  

Ruhestand, der bietet beides,
Ruhe und Aktion.  

Und die Wahl liegt nun bei dir,
ein Hoch der Pension!  

Dir bleibt nun vieles erspart,
du änderst jetzt deine Lebensart.
Ab jetzt duscht du in aller Ruhe,
suchst weder Schirm noch Regenschuhe,
gehst nur hinaus, wenn es dir passt, und
– falls du Regenwetter hasst –
bleibst du, solang du magst, im Bett,
geniesst das Frühstück vom Tablett
und denkst voll Mitleid an Kollegen,
die gerade jetzt, bei Sturm und Regen,
sich mühsam in den Dienst bewegen…
Ach, Pension, du bist ein Segen!                                                                                                  

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