16 Jahre prägte das Bademeisterehepaar Hans-Ulrich und Elisabeth Wasem die
Koppiger Badi. Nun wurden die beiden verabschiedet.
Heute ist es so weit: Hans-Ulrich Wasem, Bademeister in Koppigen, hat
zusammen mit seiner Frau Elisabeth offiziell den letzten Arbeitstag. Obschon –
von den Badegästen hat er sich bereits am 15.September verabschiedet. Und dabei
auch schon seinen Nachfolger, den 34-jährigen Koppiger Bruno Stucki,
eingeführt.
Es seien schöne, aber auch strenge Jahre gewesen, berichtete Wasem. Dass er
Koppigen und seine Badegäste ins Herz geschlossen hat, freute die Gäste an der
offiziellen Abschiedsfeier – Abgeordnete des Gemeinderates und der
Schwimmbadkommission – ganz besonders. «Ein Glücksfall für beide Seiten», sagte
Gemeinderatspräsidentin Ursula Kilchenmann in ihrer Dankesrede. Wäre da nicht
der Rasenmäher gewesen, den eine Worber Badi-Delegation vor 16 Jahren in der
Koppiger Badi zu inspizieren hatte, wäre der gelernte Schriftsetzer vielleicht
immer noch in Worb Bademeister. Und so sei er denn, wie der ausgebildete
Schwimmbadprofi lachend erklärt, nicht mit dem «blauen Bähnli», sondern vielmehr
durch die 1989 zu besetzende Stelle ins idyllische Familienbad gekommen.
Seelsorger und Gärtner
Insgesamt 28 Jahre haben die gebürtige Emmentalerin Elisabeth Wasem und der
im Seeland aufgewachsene Hans-Ulrich Wasem arbeitsmässig an einem Strick
gezogen, davon 12 Jahre in Worb. Sie war an der Kasse tätig, er versah das
vielseitige Amt des Bademeisters. In Koppigen war das Ehepaar fast bis zum
Schluss alleine für alles zuständig. Dazu gehörte die computergesteuerte Technik
der Wasseraufbereitung genauso wie der Unterhalt des Bades oder die Verarztung
von kleineren Blessuren. «Vom Babysitter zum Seelsorger bis hin zum Gärtner
eben», lacht Wasem. Glücklicherweise habe es in dieser Zeit nie einen schweren
Unfall gegeben.
Für ihn, erklärt Wasem, sei der Beruf immer auch Hobby gewesen, zumal er
während der Badesaison in drei Monaten so viel gearbeitet habe wie andere in
einem halben Jahr. Abgesehen von einem Monat Arbeitseinsatz im Koppiger Werkhof
habe er dann im Winter die Überzeit kompensiert. Und endlich Zeit gehabt für
Familie und Freunde und für eines seiner vielen Hobbys, den Laufsport.
Streng und konsequent
Das Familienbad mit dem natürlichen Grüngürtel und der eigenen
Grundwasserversorgung ist an sonnigen Tagen immer gut besucht. Im Hitzesommer
2003 waren es bis zu 2400 Leute am Tag. Was sich gegenüber früher geändert habe,
sei vielleicht die Gedankenlosigkeit der Besucher, sagt Wasem. Dabei spricht er
nicht nur von liegen gebliebenem Abfall, sondern auch von Kleinkindern, die sich
selbst überlassen werden. Er sei streng und konsequent gewesen, aber habe immer
alle Gäste gleich behandelt. Das sei geschätzt worden.
Lilo
Lévy-Moser, Berner Zeitung vom 31. März 2008


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